Kulturnews

Ingo Knechtel:

Halbvoll

soll das Glas sein, glauben wir den Analysten des aktuellen Brexit-EU-Dramas. Natürlich lassen sich Negativ-Szenarien ohne Ende durchspielen. Aber der Monat Mai mit seinen Europawahlen ist schon ein für uns alle wichtiges Datum, mit dem wir uns vor Augen führen, wie es um die viel beschworene europäische Einigung steht und vor allem, wie es damit weitergehen soll. Viele waren skeptisch, haben nicht an einen Erfolg der EU-Erweiterung geglaubt. Viele zeigten zudem abwertend auf das Bürokratiemonster in Brüssel. Aber bei aller berechtigten Kritik ist es doch ein bemerkenswert positives Urteil, das gerade junge Menschen für gemeinsame europäische...

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Ulrich Clauder:

Bürger werden, statt Konsument bleiben | Das empfehlenswerte Buch: Erik Olin Wright fordert „Selbstermächtigung“ als Alternative im jetzigen Kapitalismus

Fridays For Future Demonstration Berlin, 29.03.2019; Foto: Leonhard Lenz, CCO 1.0

Ein unbequemes Buch, ein sehr unbequemes Buch, hätte womöglich Marcel Reich-Ranicki kommentiert. Zwar erschien besagtes Buch schon 2010 in seiner englischen Ursprungsversion, allerdings erst fünf Jahre nach dem Tode des Literaturpapstes in stark überarbeiteter Fassung bei Suhrkamp auf Deutsch. Unbequem für all jene, die den gegenwärtigen Verhältnissen zwar ablehnend gegenüberstehen, jedoch behaupten, man könne der neoliberalen Dominanz ohnehin nichts wirklich Funktionierendes entgegensetzen. Unbequem auch für jene, die mit revolutionären Klassenkampf-Losungen die Gesellschaft attackieren und zugleich wissen, dass ihre Mails und Flugschriften...

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Hannelore Sigbjoernsen:

Das hat vor dreißig Jahren...

Nein, dass die Welt eine solche Entwicklung nehmen wird, wie sie sich heute darstellt – zerrissen, zerstritten, von kriegerischen Auseinandersetzungen gebeutelt, von gegenseitigen Drohgebärden der Supermächte beunruhigt, von...  – Die Aufzählung der Negativposten ließe sich fortsetzen. Nein, daran hat vor dreißig Jahren niemand gedacht. Schon gar nicht in unserem Land. Man lag sich in den Armen, nachdem die Mauer gefallen war, die nicht nur das Land geteilt, sondern auch Familien, Freundschaften, Liebende zerrissen – und vor allem Millionen Menschen eingesperrt hatte. Doch die Euphorie erfuhr bald Ernüchterung, der Alltag mit all seinen...

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Dr. Alena Gawron:

Der Glöckner … vom Tschechow-Theater | Viel Applaus für Berliner Kids bei den 23. Cottbuser Schüler-Kunst-Tagen

Foto: Berliner Tschechow-Theater

Cottbus lud ein zum Festival. Vom 29. bis 31. März veranstaltete das Staatstheater und der Verein Jugend und Kinder der Stadt die mittlerweile schon 23. Schüler-Kunst-Tage. An drei Tagen wurde die Kammerbühne des Theaters zum Podium für junge kreative Leute aus Brandenburg, Sachsen, Berlin und aus Zielona Gora (Polen). Über 300 Teilnehmer des Festivals haben ihr Können in den Sparten Theater, Tanz, Musik und Bildende Kunst vorgestellt. Eine unabhängige Jury aus Fachleuten der einzelnen Sparten begutachtete die Aufführungen und Kunstwerke und wählte die Preisträger aus. Die Besten wurden mit dem „Pegasus“, dem geflügelten Holzpferd, und...

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Armin Hottmann:

Wege nach Europa?

Foto: vidubiology

Der Beirat unserer Fotogalerie Friedrichshain hatte vor über einem Jahr einen guten Riecher mit der Ausstellung „Distant Islands“ („Entfernte Inseln“), die noch bis zum 12. Mai im Willy-Brandt-Haus ausgestellt wird. Dabei findet man in der Beschreibung die „unendliche Geschichte des BREXIT, sie erscheint so unendlich kompliziert“. In dem wirklich nicht mehr endenden Prozess kann man tatsächlich spüren und mit leiden, wie die Realität wenig mit Denkzettelinhalten zu tun hat, die viele Briten zur Abwahl von Europa bewegt hatten. Und dass es einfacher ist, gegen etwas zu sein, als gemeinsam eine konstruktive Lösung zu finden. Man könnte...

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Bernd Grünheid, Bernhard Korte:

Ergebnis einer guten Zusammenarbeit

Bernhard Korte

oder die Übergabe der Verschlagwortung von Polizeiakten an das Landesarchiv Berlin – beides sind spröde Überschriften für einen Artikel, der eigentlich von harmonischer Zusammenarbeit, Achtung auf Augenhöhe und in der Hauptsache von gegenseitiger Dankbarkeit berichten soll. Und dennoch bringen beide Titel das Ereignis auf den Punkt.
Der lange geplante Termin am 08. April 2019 in den weitläufigen Räumen der Fotogalerie Friedrichshain wurde initiiert von der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Kulturrings Astrid Lehmann, um die langjährigen Partner, wie das Landesarchiv Berlin, vertreten durch den Referatsleiter Dr. Martin Luchterhandt,...

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Hannelore Sigbjoernsen:

Wir kommen wieder zusammen

Endlich! Am 18. März war die Geschäftsführerin des Brandenburgischen Kulturbundes e.V. Carla Villwock zu Gast in der Berliner Ernststraße in Treptow. In Länge, in Breite (so sagt man im Brandenburgischen wie in Berlin) wurden zwischen ihr, dem Kulturring-Geschäftsführer und dem Vorstand die aktuellen Sorgen, Nöte, Probleme besprochen, informierte man sich aber auch über Erfolge und Vorhaben. Und siehe – vieles ähnelt sich. Da gibt es Aktivitäten, Ausstellungen, Projekte und Veranstaltungen mit höchstem inhaltlichen Anspruch; da gibt es hier wie dort Finanz- und Personalsorgen; da gibt es großartige Kultur- und Bildungsideen in Brandenburg wie...

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Andreas Molter:

Erste Hilfe

Foto: Felix Hawran

Wenn wir heutzutage in einen Unfall verwickelt werden, rufen wir die bundeseinheitliche Nummer 110 oder 112 an. Doch das war nicht immer so. Erst im Jahr 1973 durch Druck der Björn–Steiger-Stiftung auf Politiker unter dem Motto „Helft Menschen retten“ wird die einheitliche Notrufnummer realisiert.Damals brauchte der Krankenwagen 56 Minuten zum Unfallort. Heute sind es nur wenige Minuten, doch durch verstopfte Straßen und nicht richtig gebildete Rettungsgassen kann es auch in modernen Zeiten noch zu unnütz vergeudeten Minuten kommen. Umso wichtiger ist die Erste Hilfe vor Ort.

Der Ersthelfer braucht keine medizinische Ausbildung, um erste...

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