Kulturnews

Nachbarschaftlichen Zusammenhalt stärken | 20 Jahre Programm „Soziale Stadt“

Foto: Bernhard Korte

Das ist für viele Unterstützer und Nutzer – wie auch für uns, den Kulturring, – ein berechtigter Grund zum Mitfeiern und gemeinsamen Nachdenken, wie man das erfolgreiche Programm weiterhin in Berliner Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf einsetzen kann, verbessert oder aber auch eingebunden in unsere Projekte. Für die amtierende Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, war dieses Jubiläum einmal mehr ein willkommener Anlass, die aktiven und ehrenamtlich arbeitenden Quartiersräte einzuladen, um ihnen für ihre langjährige Arbeit und den nachbarschaftlichen Zusammenhalt gemeinsam mit den 38 in Berlin eingesetzten Quartiersmanagements zu danken.

Der gesellschaftliche und ökonomische Wandel in den deutschen Städten machte es in den späten 1990er Jahren erforderlich, dem spürbaren Verfall der Wohn- und Lebensqualitäten speziell auch in den Großstädten entgegenzuwirken. Grundlegendes Ziel war es dabei damals schon, die Anwohner in den benachteiligten Kiezen eines Stadtteils frühzeitig in bauliche, ökologische, interkulturelle wie auch soziale Planungen und Veränderungen einzubeziehen. Mit zielgerichteter sowie ortsspezifischer Öffentlichkeitsarbeit und der bewussten Einsetzung von Stadtteil- oder Quartiersmanagements in den Kiezen wird heute, wie auch damals, die Verantwortung und Koordination übernommen, um möglichst alle lokalen Beteiligten in den gewärtigen Veränderungsprozess einzubinden, sie dabei zu bestärken oder zu unterstützen, das Verständnis füreinander nachhaltig und langfristig zu fördern, ggf. auch unter Hilfestellung und Einsatz von begrenzten finanziellen Mitteln. Getragen wird das Programm „Soziale Stadt“ als Teil der deutschen Städtebauförderung von dem jeweils für Bauwesen zuständigen Bundesministerium (seit 2018 das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) und den einzelnen Ländern.

Auch der Kulturring ist mit einzelnen Projekten seit vielen Jahren an diesem für Berlin wichtigen Programm beteiligt. So wird das Berliner Tschechow-Theater mit seinen Vorhaben seit seiner Gründung 2002 finanziell unterstützt und gefördert, um die multikulturelle Anwohnerschaft mit einer Vielzahl an Aktivitäten, wie z.B. Kabarett, Lesungen, Konzerten, Ausstellungen, Themenabenden und Vorträgen, vor Ort im Gebiet des Quartiersmanagements Marzahn Nord-West kulturell zu erreichen und einzubeziehen. Auf der anderen Seite der Stadt wird nun seit mehr als sechs Jahren regelmäßig der Kindermedienpoint (KMP) in einzelnen Projekten finanziell unterstützt, um speziell im Spandauer Falkenhagener Feld eine fördernde Kinder- und Jugendarbeit anbieten zu können. So werden auch in diesem Jahr die nunmehr traditionellen, projektübergreifenden Veranstaltungen „Weihnachtliches Backen und Basteln“ wieder durch das Quartiersmanagement Falkenhagener Feld West finanziell unterstützt. Der Einladung der Senatorin Lompscher waren über 200 Berliner Quartiersräte ins Gemeindehaus Gropiusstadt gefolgt. So ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass schon kurze Zeit nach Eröffnung der durch die Moderatorin Miriam Janke professionell geführten Veranstaltung alle Anwesenden inklusive der Senatorin im intensiven Dialog über die Fortführung des sinnvollen Programms verwickelt waren. Unterbrochen wurden diese oft hitzig geführten Diskussionen nur durch die mehrfachen Auftritte der Little Big Jazz Band und der zwischendurch immer wieder über Mikrofon kurzen, interviewartig geführten Gespräche zwischen Moderatorin und einzelnen Quartiersräten. Knapp drei Stunden nahm sich die Senatorin für die Berliner Quartiersräte Zeit, um möglichst alle Fragen beantworten zu können. Am Ende verließ man die Veranstaltung in dem Wissen, dass man mit den Kiezproblemen in Berlin nicht allein ist. Gemeinsam werden die Quartiersräte und Quartiersmanagements dabei helfen, dass sich die betroffenen Stadtteile wieder zu Orten entwickeln, in denen alle gerne wohnen und leben und in denen der nachbarschaftliche Zusammenhalt wieder zunehmen wird.

Archiv