Kulturnews

Hart arbeitende Menschen

für die wollen Politiker von Trump bis Kramp-Karrenbauer immer wieder alles in ihren Kräften Stehende tun. Nehmen die tagtäglich hart arbeitenden Menschen ihnen das  allerdings ab? Worthülsen von Taten zu unterscheiden, ist sicher für viele oft kein Problem. Dennoch kommen mir angesichts von Zustimmungswerten und Wahlergebnissen Zweifel auf. Es ist schon wichtig, Politiker an ihren Taten zu messen, nicht auf Eigenlob und Manipulationen via Twitter und Facebook hereinzufallen. Denn „die da oben“ sind in unserem Auftrag tätig, regieren die Staaten mit dem Mandat des Volkes, nicht mit dem der Lobbyisten. Und manchmal müssen wir sie auch sehr lautstark daran erinnern. Allerdings geht die Frage zugleich an uns alle: Beschäftigen wir uns schon ausreichend mit den Problemen der hart arbeitenden Menschen? Klar ist Burn-Out ein Thema. Auch spielt die Arbeit in Gesprächen zu Hause bei vielen eine große Rolle. Verglichen mit den DDR-Jahren, scheint ihr Stellenwert in Kunst, Theater, Film, Literatur hinter den Möglichkeiten zurückzubleiben. Die Arbeit wurde damals in ihrer ganzen Breite und Widersprüchlichkeit thematisiert. Das führte sogar bis zum Verbot von bestimmten  Kunstwerken, wenn diese allzu deutlich systemkritisch waren oder Missstände aufzeigten. Die Arbeit spielte damals für die Menschen im Osten eine zentrale Rolle. Eigentlich sollte dies in der heutigen Zeit nicht anders sein, verbringen wir doch den größten Teil unserer Lebenszeit mit Arbeit, egal ob als Job oder zu Hause. Sinnvoll sollte sie sein, das wünschen wir uns alle, auch wenn es nicht immer klappt. Nach wie vor ist unsere Arbeit voller Geschichten, voller Konflikte und Widersprüche. Doch teilen Sie meinen Eindruck, dass wir davon im kulturellen Angebot dieses Landes leider viel zu wenig spüren? Man könnte auch sagen: Was uns früher im Osten manchmal genervt hat, fehlt in der Gegenwart. Das Beschäftigen mit dem Menschen spiegelt auch Achtung, ja Hochachtung vor ihm und seinen Leistungen wider. Viele Mitmenschen suchen nach sinnstiftender Beschäftigung, immer mehr finden den Weg auch in Vereine, um diese dort in unser aller Interesse, für den Gemeinnutz zu praktizieren. Deshalb freuen wir uns mit allen, die sich einbringen wollen. Und wir werden nicht aufhören, ihr Wirken zu würdigen. Danke für Ihr Engagement im zurückliegenden Jahr! Wir hoffen, wir konnten Ihren Erwartungen gerecht werden. Wir laden Sie ein, es mit uns im neuen Jahr noch besser zu machen. Darauf freuen wir uns und wollen dafür auch hart arbeiten. Mit diesem Versprechen wünschen wir all unseren Lesern angenehme und erholsame Weihnachtstage.

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