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So bin ich! Ich bin so!

Polizeifotos von Fritz Kitzing nach seiner Festnahme im März 1936, Quelle: Polizeiliche Ermittlungsakte, Landesarchiv Berlin

Ausstellungseröffnung in der Fotogalerie Friedrichshain am 22.08.2019

In einem Vermerk der Inspektion VII der Staatspolizeileitstelle Berlin im März 1936 steht: „Bei Kitzing handelt es sich um einen Transvestiten schlimmster Art, der nur von der männlichen Prostitution leben dürfte. Er ist zu wiederholten Malen auf Strichgängen angetroffen und eingeliefert worden. Es dürfte, falls Kitzing eine strafbare Handlung aus § 175a RStGB nicht nachgewiesen werden kann, seine Unterbringung in einem Konzentrationslager in Erwägung zu ziehen sein.“ Der Schutzhaftbefehl wurde am 05.03.1936 erteilt, ein reguläres Ermittlungs- und Strafverfahren jedoch nicht eingeleitet. Ein Sammeltransport brachte Kitzing am 17.03.1936 in das Konzentrationslager Lichtenburg.

Dieses und 15 weitere Verfolgungsschicksale zeigt die interessante Ausstellung der AG Rosa Winkel: „So bin ich! Ich bin so!“ – Verfolgung von Trans* und Lesben in der NS-Zeit – vom 23.08. bis 06.09.2019 in der Fotogalerie Friedrichshain, Helsingforser Platz 1, 10243 Berlin. Die Eröffnungsveranstaltung findet am 22.08.2019 um 17.00 Uhr statt.

Die bewegenden Schicksale der Frauen und Männer, von Mitarbeitern*innen des Projekts Rosa Winkel aus den Polizei- und Justizakten des Landesarchivs Berlin recherchiert, dokumentieren die besonders ausgeprägte Verfolgungsmentalität der Polizei gerade gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe.

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines dreimonatigen Mikroprojekts, das von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung gefördert wurde.

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